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Rainer Sonnberg mit Rottweilerhündin Toska

Rainer Sonnberg mit Toska

Rainer Sonnberg

Autor & Beobachter

Jahrgang 1959. Bis zum Ende der DDR Truppenoffizier der Nationalen Volksarmee, danach mehr als drei Jahrzehnte in der industriellen Informatik – spezialisiert auf die funktionale Sicherheit kritischer Steuerungssysteme.

Wer sich ein Berufsleben lang mit Systemarchitekturen, Kausalitätsketten und der Verwundbarkeit geschlossener Netze befasst hat, verliert den Hang zu Illusionen: Jede Ursache fordert ihre Wirkung. Zufall ist meist nur der Begriff für einen Prozess, dessen Variablen man noch nicht erfasst hat. Dieses methodische Denken bildet das Gerüst meiner Romane. Historische Realität und wissenschaftliche Spekulation greifen darin ineinander wie Zahnräder.

Das eigentliche Handwerk des Schreibens habe ich jedoch an einem Ort gelernt, an dem man es gemeinhin nicht vermutet: im Joyclub. Während mancher bei der Erwähnung eines Erotikportals die Augenbrauen hochzieht, gilt dort eine schlichte, unbarmherzige Regel für Texte: Wer dort nicht präzise, unverstellt und psychologisch stimmig formuliert, wird nicht gelesen. Es gibt kein akademisches Schutzschild, keine Ausflüchte.

Ausgerechnet dort bin ich Heinz Körner begegnet. Einem Autor, der mit wenigen, leisen Worten Millionen Menschen bewegt hat und der viel zu früh verstorben ist. Von ihm habe ich gelernt, wie Sätze tragen, ohne jemals laut werden zu müssen. Wenn mich heute jemand nach meinen literarischen Wurzeln fragt, antworte ich noch immer in seinem Sinn – leise: Ich habe von Heinz Körner gelernt. Und ich tue es noch immer – jedes Mal, wenn ich seine Werke aufschlage.

»Die Härte und Kälte, die meine Thriller dominieren, sind kein Schauwert. Sie bilden lediglich die nüchterne Schutzschicht, hinter der sich Verwundbarkeit verschanzt.«

Darunter liegt, im Guten wie im Abgründigen, die tiefe Emotionalität meiner Figuren. Denn Vergeltung oder Zerstörungswut entstehen selten aus dem Nichts – sie sind die logische Konsequenz verletzter Menschlichkeit.

Heute lebe und arbeite ich am Millstätter See. Mein Vertrauen gilt drei Dingen: der analytischen Beobachtung der Realität, der kompromisslosen Loyalität meiner Rottweilerhündin Toska – und Menschen, deren Bücherregale größer sind als ihre Fernseher.

Netzwerk & Linkpartnerschaft

Autorenprofil & Ursprung: Ich bin auch im JOYclub (Profil christiano_2026) zu finden.